
In Proszówka (Polen) ist ABI-POL zu Hause, ein Unternehmen, das sich auf die Bearbeitung von natürlichem Sandstein spezialisiert hat, sowohl für Neubauprojekte als auch für die Restaurierung von Architekturelementen.
Unser Area Manager Karol Parcia hat mit Produktionsleiter Tomasz Zjawin gesprochen. Er wollte wissen, wie das Team die Produktion angeht, wenn nur ein Foto oder eine Skizze des Kunden vorliegt.
Material und Materialeigenschaften zu kennen ist entscheidend, reicht aber nicht aus: Um aus einer Zeichnung ein fertiges Werkstück zu machen, braucht es auch ein präzises Zusammenspiel von Software und Maschine. Deshalb steht im Mittelpunkt von Tomasz’ Bericht die CNC-Bearbeitung von Sandstein mit der 5-Achs-Brückensäge Donatoni QUADRIX und EasySTONE®, unserer CAD/CAM-Software für Naturstein.
Sie möchten mehr über den Arbeitsablauf bei ABI-POL erfahren? Lesen Sie weiter.
Was macht ABI-POL?
Seit 2003 fertigt ABI-POL Sandsteinprodukte für den polnischen Markt und für Kunden im Ausland.
Neben Fassadenverkleidungen stellt das Unternehmen auch Treppen, Fensterbänke und Umrahmungen her. Das Herzstück der Produktion sind jedoch Sonderanfertigungen: Gartenelemente, Brunnen, Skulpturen, Dekorationen und Bauornamente. Außerdem restauriert ABI-POL architektonische Elemente aus Naturstein.
Im Interview erklärte Tomasz, dass Kunden oft nicht mit einer fertigen technischen Lösung kommen. Sie bringen einen Entwurf, ein Foto oder ein vorhandenes Stück mit und möchten eine neue Version davon.
Und genau hier beginnt für ihn der spannendste Teil der Arbeit. „Ein Foto zeigt das Endergebnis, aber es verrät nicht, wie das Stück hergestellt wurde“. Bevor es an den Steinblock geht, müssen Geometrie, Aufbau, Befestigung und maschinelle Bearbeitung durchdacht werden. So nimmt eine Idee die Form an, die sich der Kunde vorgestellt hat, und aus technischem Know-how werden konkrete Fertigungsschritte.
Sie möchten wissen, wie sich EasySTONE® in Ihren Produktionsablauf integrieren lässt?
CNC-Bearbeitung von Sandstein: Was ist anders als bei anderen Natursteinen?
Sandstein ist ein Sedimentgestein. Er entsteht aus Sandkörnern, überwiegend Quarz, die sich im Laufe von Millionen Jahren verdichten. Zusammengehalten werden sie von einem natürlichen Bindemittel, das kieselig, kalkig, tonig oder reich an Eisenoxiden sein kann.
Genau dieses Bindemittel bestimmt, wie sich der Block verhält: Ein kieselig gebundener Sandstein ist dicht und langlebig, ein tonig oder kalkig gebundener dagegen weicher und poröser. Die Eisenoxide sorgen für die Farben, die von Gelb- bis zu Rottönen reichen.
Bei der Ablagerung der Sedimente bilden sich Laminationen, also dünne, deutlich voneinander abgegrenzte Schichten, die dem Gestein seine typische geschichtete Struktur verleihen. Wer ihn bearbeitet, hat es mit einem Material zu tun, das entlang der Schichtebenen weniger fest zusammenhält und eher zu Abplatzungen neigt. Zudem macht ihn seine Porosität wasserempfindlich, während der Quarz der Körner abrasiv ist und die Werkzeuge verschleißt.
Tomasz beschreibt Sandstein als Material, das bei der Bearbeitung viel Spielraum bietet. Dennoch muss man Körnung, Schichtung und mögliche Schwachstellen berücksichtigen. Außerdem ist er weniger widerstandsfähig als Marmor und Granit, was Kunden gern unterschätzen. Deshalb reicht die in der Software gezeichnete Geometrie allein nicht aus: Sie müssen wissen, ob sie bei genau diesem Block funktioniert. Hat der Block eine schwächere Stelle, muss man manchmal die Bearbeitungsstrategie oder sogar den Entwurf ändern.
Warum eine Donatoni QUADRIX und keine JET 625?
Zum Maschinenpark von ABI-POL gehört eine Donatoni QUADRIX. Die Wahl fiel aus einem ganz bestimmten Grund nicht auf die JET 625, das verbreitetere Modell: die Höhe der Z-Achse. Das Unternehmen fertigt häufig großformatige Werkstücke, und der Z-Hub bestimmt, wie hoch der Block sein darf, den Sie bearbeiten können.
Das Ergebnis, so Tomasz, ist die Möglichkeit, hohe Präzision bei komplexen Werkstücken mit der Freiheit zu verbinden, die Sonderanfertigungen und Restaurierungsarbeiten verlangen.
Die Rolle der CAD/CAM-Software: vom Entwurf zum fertigen Produkt
Bei Restaurierungen kommen Kunden oft mit einem Foto, einem Fragment des Originals oder einer Handskizze auf Millimeterpapier.
Im ersten Schritt wird geklärt, was genau nachgebildet werden soll. Ist eine exakte Übereinstimmung mit vorhandenen Elementen gefragt, bittet das Team den Kunden, das Profil auf Karton abzunehmen und als Schablone einzusenden. So passen die neuen Teile genau zu den Originalen.
Aus einem einfachen Foto erstellt Tomasz so einen technischen Entwurf, den der Kunde und häufig auch die Denkmalschutzbehörde freigeben müssen.
So nutzen Sie das volle Potenzial von EasySTONE®
Nach der Freigabe wird der Entwurf in Einzelteile zerlegt, und die Geometrien werden in Bearbeitungsschritte übersetzt. Je komplexer das Werkstück, desto sorgfältiger muss das Programm aufgesetzt werden.
Hier kommt EasySTONE® ins Spiel, unsere Software für die Natursteinbearbeitung. Zu den nützlichsten CAD/CAM-Funktionen in einem Ablauf wie dem von ABI-POL gehören:
- der Import von Geometrien und Modellen in den Formaten DXF, IGES, STL, PNT und Rhino (3DM), einschließlich STL-Dateien aus einem 3D-Scan
- die automatische Berechnung der Werkzeugwege aus dem 3D-Modell mit individuell anpassbaren Parametern
- die 3D-Simulation der Bearbeitung mit Kollisionskontrolle und Optimierung der Werkzeugwege
- die Steuerung mehrerer 3-, 4- und 5-Achs-Bearbeitungszentren, auch interpolierend, mit einer einzigen Software
Für Tomasz sind Maschine und Software zwei Teile desselben Prozesses: Die Maschine bearbeitet den Block physisch, und erst die Software macht ihr Potenzial nutzbar. Mit EasySTONE® gelangt ABI-POL vom Modell zum maschinenfertigen Programm und von einem Projekt zum nächsten, ohne den Prozess jedes Mal von Grund auf neu aufzubauen.
Sie suchen eine CAD/CAM-Lösung für Ihre Anlage? In einem Artikel haben wir die wichtigsten Kriterien für die Auswahl einer CAM-Software für die Natursteinbearbeitung zusammengestellt.
Die Zukunft der Natursteinbranche aus Sicht von ABI-POL
Für ABI-POL bedeutet die Investition in Technologie nicht nur mehr Produktivität. Vorrang hat, das eigene Leistungsspektrum zu erweitern. Wenn eine technologische Innovation es ermöglicht, ein Produkt herzustellen, das bisher zu aufwendig war, eröffnen sich neue Chancen und das Angebot des Unternehmens wächst.
Und welche Rolle werden Bildhauer in 10 oder 20 Jahren spielen? „Eine Maschine kann einen Entwurf mit großer Präzision nachbilden, aber sie kann weder die Erfahrung noch das Gespür für das Material ersetzen und auch nicht das, was eine geübte Hand bei der Endbearbeitung leisten kann“, sagt Tomasz, Produktionsleiter bei ABI-POL.
Heute versteht sich ABI-POL als Treffpunkt von Naturstein, der Erfahrung seiner Fachleute und technologischem Fortschritt. Genau deshalb prüft Tomasz bei einem außergewöhnlichen Projekt zunächst alle Elemente und entscheidet erst danach, wie sie sich umsetzen lassen.
Sie bearbeiten Naturstein auf einem 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum und möchten wissen, wie EasySTONE® Ihre Sonderanfertigungen bewältigt?


